Intro:

Herzlich willkommen auf dem Fotoblog von Udo Steinkamp. Thematisch dreht sich viel um Straßen- und Reisefotografie. Mal schauen, was dabei rumkommt: Versuch macht klug.

Phone call

Zur Einstimmung ein paar Bilder aus meinem Flickr-Album “People”

Weiterlesen

Portugal-Rundreise

Von Porto nach Lissabon und wieder zurück

Am Mittwochmorgen, genauer gesagt am 04.10.2016, hieß es – nach nur einem ganzen Tag Aufenthalt – Porto Lebewohl zu sagen. Mit der “Metro do Porto” ging es von der Station Sao Bento zum Flughafen Porto. Über den ADAC hatte ich im Internet günstig einen Mietwagen bei AVIS gebucht. Der Flughafen erschien uns als sinnvoller Übergabeort, da wir das Auto dort direkt vor dem Rückflug auch wieder abgeben konnten. Auf dem Weg vom Hotel zur U-Bahn Station machten wir zum ersten Mal Bekanntschaft mit einem für uns merkwürdig anmutenden Spektakel.

Studentenritual in Porto

Studentenritual in Porto

Auf dem Boden liegende Studienanfänger wurden dabei von älteren Studenten, die wiederum mit schwarzen Umhängen bekleidet waren, in einer Art Ritual auf das Studium eingeschworen bzw. zu Sportübungen genötigt. Dabei mussten die liegenden Studienanfänger auch immer wieder bestimmte Verse lautstark bzw. schreiend wiederholen. Das Ganze erinnerte uns auf irgendeine Art und Weise an einen Kasernenhof. Verstanden haben wir natürlich nichts, wer versteht schon portugiesisch?

Die erste Tag unserer Rundreise sollte uns am Mittwoch bis nach Coimbra führen. So war unser Plan.

Nachdem wir unseren Leihwagen, es handelte sich um  einen sehr gemächlicher Fiat G Punto, am Porto Airport in Empfang genommen hatten, starteten wir gegen Mittag unsere Rundfahrt “Porto – Lissabon” und zurück. Eines kann ich jetzt schon sagen: Langweilig war es zu keiner Minute.

Unser Auto war mit einem Erfassungsgerät für die Mautgebühren von kostenpflichtigen Autobahnabschnitten ausgestattet. Die angefallenen Gebühren wurden dann am Ende der Reise von der Kreditkarte abgebucht. Sie betrugen ca. 18,- € für die gesamte Fahrt. Das haut einen nicht um.

Über die Autobahn A29 und später A25 ging es in Richtung Aveiro und am “Praia da Costa Nova” machten wir das erste Mal Bekanntschaft mit dem Meer bzw. mit dem Atlantischen Ozean. Der Strand dort erinnerte mich doch sehr an die ostfriesischen Inseln. Ein langer Sandstrand mit relativ flachen Dünen. Irgendwie war ich zu faul ein Foto zu machen. Hier ist ein Link mit Bildern.

Ausblick

Ausblick auf die Strandpromenade von Figueira da Foz

Über zum Teil verlassene und abenteuerlich anmutende Landstraßen ging unsere Reise dann weiter in Richtung Figueira da Foz. Im Café Nicola (hat wohl nichts mit dem gleichnahmigen Café Nicola in Lissabon zu tun?) machten wir eine Kaffeepause und genossen den Ausblick auf den fast leeren Strand. Für einen Mittwochnachmittag, Anfang Oktober 2016, war hier jedenfalls “tote Hose” angesagt. Fast das gleiche Bild, wie schon zuvor am “Praia da Costa Nova” nahe Aveiro. Die Weiterfahrt nach Coimbra ließ dann auch nicht lange auf sich warten. Ich war ziemlich gespannt darauf, was uns dort wohl erwarten würde. Eine Unterkunft im Internet buchen ist die eine Sache – was man dann wirklich bekommt ist eine andere Geschichte.

Coimbra

Angekommen in Coimbra: Hotel "Moderna"

Angekommen in Coimbra: Hotel “Moderna”

An dieser Stelle sei mir der Hinweis erlaubt: ohne Navi wären wir wahrscheinlich während unserer Rundreise häufig verloren gewesen. Ich hatte unser TomTom-Navi einfach mitgenommen, auf Portugal eingestellt und es hat ausgezeichnet geklappt. Da unser Hotel in Coimbra in einer schmalen Seitenstraße stand, konnten wir dort weder parken, geschweige denn unsere Sachen aus dem Auto holen. Wir hatten allerdings die Info, dass es dort in der Nähe ein Parkhaus gibt, dessen Kosten das Hotel z.T. übernehmen würde. Es gab allerdings 2 Parkhäuser in der Nähe und wir steuerten natürlich das falsche an. Alles nicht weiter schlimm, mag jetzt jeder denken. Das Parkhaus war allerdings so eng bemessen und die Aus- und Einfahrt zusätzlich so kurvenreich, schmal und steil, dass ich berechtigte Angst hatte, der lahme Fiat Punto würde im Zuge des Parkhaustausches auf der Ausfahrt zum Stehen kommen. Wir schafften es allerdings irgendwie, das falsche Parkhaus wieder zu verlassen und in das richtige hineinzufahren. Das war geschafft. Wir konnten jetzt endlich einchecken. Das Hotelzimmer im Hotel “Moderna” hatte sogar eine eigene Dachterrasse und war auch sonst für den Preis völlig in Ordnung. Die sehr nette Dame am Empfang gab uns noch zwei gute Tipps hinsichtlich Essen und Trinken und, ganz wichtig, FADO in Coimbra.

fado_in_coimbra

Fado in Coimbra: Café Santa Cruz

Nach einem sehr guten Essen im Restaurante Adega Paço Do Conde sahen und hörten wir danach das erste Mal Fado im Café Santa Cruz. Als musikbegeisterte Menschen, die Dorothee und ich nun einmal sind, kamen wir nach dem kostenlosen Konzert mit dem Sänger des Trios ins Gespräch. Er erklärte uns unter anderem, dass der Fado in Coimbra einen anderen Stil hat, als in Lissabon. Also: Reisen bildet. Im Nachhinein habe ich es ein wenig bereut, dass wir nur eine Übernachtung in Coimbra hatten. Die Stadt hat doch einiges zu bieten. Vielleicht kommen wir ja noch einmal dorthin zurück.

In Richtung Süden

Steilküste in Peniche

Steilküste in Peniche

Nach einem kurzen Stadtbummel und einem “Coimbra-Abschiedskaffee” ging unsere Reise am späten Mittwochmorgen weiter in Richtung Süden. Unser erster Anlaufpunkt sollte der Küstenort Peniche sein, danach wollten wir nach Praia das Maçãs fahren und dort  im Casal Santa Virginia übernachten.

Am Tag vorher hatten wir erfahren, dass der 5. Oktober in Portugal als “Tag der Republik” ein Feiertag ist. Als wir gegen Mittag den Ort erreichten, waren jedenfalls viele Feiertags-Ausflügler unterwegs. Nach einem kurzen Spaziergang auf der felsigen Halbinsel Peniche und einer kleinen Zwischenmahlzeit in einem der zahlreichen Restaurants im Hafenbereich ging es dann auch ohne größeren Abschiedsschmerz auf der Strasse N247 weiter gen Süden.

doro_restaurante-golfinho-azul

Kaffeepause im “Restaurante Golfinho Azul”

Nördlich des Ortes Ribamar legten wir im sehr schön gelegenen Restaurante Golfinho Azul eine kleine Kaffeepause ein. In der nahe gelegenen Bucht fand für unsere Verhältnisse noch einmal der Sommer statt. Wir waren begeistert. So allmählich zeigte sich auch mir die Küstenlandschaft so, wie ich es erhofft hatte: ein bisschen Ersatz für den Highway 1 in Kalifornien – nur eben Europa, somit kürzerer Flug und wesentlich preiswerter. Das ultimative Highlight der Reise stand uns allerdings noch bevor. Zu diesem Zeitpunkt konnten wir das allerdings noch nicht wissen.

Casal Santa Virginia

Casal Santa Virginia: ein Traumhaus!

Casal Santa Virginia: ein Traumhaus an der Steilküste!

Fortsetzung folgt!!!

Portugal – Porto

Teil1: Porto in einem Tag

Unser Reiseplan

Am 2. Oktober 2016 war es soweit: Mit meiner Frau Doro betrat ich um ca. 20:30 auf dem Flughafen Dortmund nach 16 Jahren Flugabstinenz eine Boing 737. Mit der Billigfluglinie Ryanair sollte unser Flug von Dortmund nach Porto gehen. Abflugzeit um 20:50, die Flugdauer sollte etwa 2 Stunden und 45 Minuten betragen. Der Rückflug sollte am Mittwoch, dem 12.Oktober, in Porto um 16:25 Uhr starten und kurz nach 20:00 Uhr in Dortmund enden.

Über Booking.com hatte Doro Quartiere in Porto (2 Übernachtungen), in Coimbra (1 Übernachtung), in der Nähe von Azenhas do Mar (1 Übernachtung) sowie in Lissabon (3 Übernachtungen) gebucht. Die letzen 3 Übernachtungen, von Sonntag dem 9. Oktober bis Mittwoch, dem 12. Oktober hatten wir offen gelassen. Mal schauen, wohin das Schicksal uns so treiben würde. Einen Mietwagen hatte ich online über den ADAC bei AVIS ab Dienstagmittag am Flughafen Porto gebucht.

Der Spaß geht los

Alles voll

Vor dem Start im “gelben Flieger”

Mit Ryanair zu fliegen bedeutet, viele Menschen auf engem Raum für wenig Geld durch die Luft zu bewegen. Der Hinflug verlief ohne nennenswerte Turbulenzen. Neben meiner Frau an der rechten Fensterseite, hatte ich einen netten, jüngeren serbischen Arzt als Nachbarn zu meiner Linken. So hatte ich gleich zwei Gesprächspartner, die mich immer wieder von meinem zugegebenermaßen etwas mulmigen Gefühl ablenken konnten. Wie schon gesagt: 16 Jahre nicht mehr geflogen!

Ich war allerdings sehr erleichtert, als das Flugzeug gegen 22:30 portugiesischer Zeit sicher in Porto landete. Das hatten wir schon mal “überstanden” war einer meiner ersten Gedanken. So eine Landung ist eben schon etwas Besonderes.

Mit der Metro vom Flughafen nach Porto

sao_bento

Ankunft in Porto in der Nacht

Da der Flughafen etwa 11 Kilometer nördlich von Porto liegt und es eine Metrostation direkt am Flughafen gibt, beschlossen wir mit der Metro bis in die Innenstadt von Porto zu fahren. Von dort wollten wir uns ein Taxi zum Hotel “ROYAL Porto City” nehmen. Mit tatkräftiger Hilfe eines in den “richtigen Ticket Erwerb” eingeweihten Landsmannes gelangten wir tatsächlich nach einmaligem Umstieg zum Bahnhof Porto São Bento.

Blaues Wunder

Ein Bett und ein blaues Bad

Am Bahnhof São Bento nahmen wir uns für ein paar Euro ein Taxi zum nahe gelegenen Hotel “ROYAL Porto City”. Dort gab es neben einem Nachtportier glücklicherweise auch einen Kühlschrank mit kaltem Bier. Für kleines Geld kauften wir ein paar Dosen “Super Bock”, die neben “Sagres” bekannteste portugiesische Biermarke. Nach soviel Abenteuer mussten wir zuerst einmal runterkommen: dazu taugt ein kühles Bier allemal. Wir schliefen spät ein und wachten, durch lauten Verkehrslärm geweckt, früh wieder auf. Ich hatte das Gefühl, trotz geschlossener Schlagladen, auf einer Hauptverkehrsstraße zu stehen. Nachts hatte ein Blick aus dem Fenster noch nach einem ruhigen Viertel ausgesehen. Das sollte sich allerdings als Irrtum erweisen: Ganz in der Nähe war so etwas wie ein Busbahnhof untergebracht und die Busfahrer dieser Busse gaben am nächsten Morgen jedenfalls alles.

Montag, 03.Oktober 2016 – der erste Tag in Porto

Frühstück

Kaffee, Kuchen und O-Saft am ersten Morgen in Porto

Voller Tatendrang starteten Doro und ich am nächsten Morgen unseren ersten Rundgang durch Portos historische Altstadt. Eines kann ich an dieser Stelle schon vorwegnehmen: Porto ist eine sehr interessante und schöne Stadt. Die Menschen sind sehr freundlich und hilfsbereit. Da wir nur einen ganzen Tag in Porto verbracht haben, konnten wir nur einen ganz kleinen Bereich dieser liebenswerten Stadt erkunden. Weniger ist allerdings bekanntermaßen manchmal mehr. Die Mischung aus alten, z.T. maroden Häusern und restaurierten Gebäuden und neuen Geschäften ist augenscheinlich.

Sandemann Restaurant, Porto

Sandemann-Terrasse an der Avenida Diogo Leite in Porto

Da wir nur einen ganzen Tag in Porto verbracht haben, war das, was wir sehen und erleben konnten, natürlich begrenzt. Was man auf jeden Fall tun sollte, ist ein Gang über die historische Bogenbrücke “Ponte de D. Luis I” um so an das andere Ufer des  Rio Douro zu gelangen. Man kann dabei die untere Ebene der Brücke benutzen. Auf der anderen Seite angekommen, hat man von der “Avenida Diogo Leite” nicht nur eine sehr schöne Aussicht auf den “Cais da Ribeira” , das ist die bekannte Uferpromenade vor der Altstadt Portos: An der “Avenida Diogo Leite” sind auch die bekanntesten Niederlassungen der zahllosen Portwein-Handelshäuser angesiedelt. Bei einem schmackhaften Rotwein und einem Portwein-Cocktail ließen wir es uns auf der Sandeman-Terrasse gutgehen. Als kostenlose Zugabe hat man von diesem Vorplatz aus auch noch eine imposante Aussicht auf die Altstadt.

Abendstimmung am "Praça da Ribeira"

Abendstimmung am “Praça da Ribeira”

Dort wetteifern die vielen Straßencafes und Restaurants um die Gunst der Besucher. Als besonders reizvoll habe ich die kurze Zeit der abendlichen Dämmerung in Portos Altstadt erlebt: In dieser Zeit entfaltet die Stadt einen ganz besonderen Flair. Dieses Gefühl hatte ich auch später in Coimbra und natürlich auch in Lissabon. Bei gutem Wetter sind die Menschen draußen unterwegs. Auch habe ich Portos Altstadt subjektiv in einem besseren Zustand erlebt, als einige Tage später jenen Stadtteil in Lissabon, in dem wir 3 Tage gewohnt haben. Dazu aber später mehr. Jetzt gibt es erst einmal Bilder aus Porto.

Lieblingsküste: Mecklenburg-Vorpommern

1-Strankkoerbe2

Nebensaison in Kühlungsborn

Ein paar Impressionen von meiner “Lieblings Ostseeküste” in Deutschland. Die Bilder stammen aus meinem Flickr-Album “Baltic Sea Mecklenburg Vorpommern”. Sie wurden in Kühlungsborn, in Warnemünde, in der Gegend um Nienhagen und auf der Insel Usedom aufgenommen.

Weiterlesen

Ein Wochenende in Hamburg – Teil2

Mit der Hafenfähre Linie 62 nach Finkenwerder und zurück

HafenfaehreUnser erstes Ziel für den Samstag sollte der Jungfernstieg sein. So fuhren wir am späten Morgen zunächst mit der U2 von der Emilienstraße zum Jungfernstieg. Im ALEX ergatterte meine Frau einen schönen Platz auf der Außenterrasse mit Binnenalsterblick. Cappuccino und Milchkaffee schmeckten uns bei dem Panorama natürlich besonders gut. Im ALEX herrschte große Betriebsamkeit, was aber an einem Samstagmittag irgendwie dazugehört. Trotzdem mussten wir nicht lange auf unsere Getränke warten.

Nach einem kurzen Schlenker über den Rathausmarkt ging es mit der U3 in Richtung Landungsbrücken. Eine Fahrt mit der U3 kann ich nur jedem empfehlen – sie ersetzt eine Stadtrundfahrt. An den Landungsbrücken war am Samstagmittag erwartungsgemäß viel los: Hafenrundfahrten und kein Ende. Wir hatten uns allerdings für eine andere Variante entschieden – eine Fahrt mit der Hafenfähre nach Finkenwerder und zurück. In der Hamburg CARD ist auch diese Art der Fortbewegung enthalten.

Eine Fahrt mit der Hafenfähre Linie 62 lohnt sich. Es geht vorbei an restaurierten Speicherhäusern, vorbei am Museumshafen, am Övelgönner Ufer und zum Schluss sind Sie dann auf der anderen Seite der Elbe in Finkenwerder. Oberhalb des Anlegers befindet sich ein Imbiss mit freundlichem Personal. Genießen Sie ein Astra mit einem frisch zubereiteten Fischbrötchen – die Welt ist danach wieder in Ordnung. Weniger ist manchmal mehr. Da die Fähren der Linie 62 alle 15 Minuten fahren, kann man ohne lange Wartezeiten an einem Fähranleger aussteigen und bei Bedarf mit der nächsten Fähre weiterfahren bzw. wieder zu den Landungsbrücken zurückkehren.

Zurück zum Schanzenviertel und abends in die Fabrik

Da uns das Schanzenviertel am Freitagabend sehr gut gefallen hatte, beschlossen wir ganz spontan, noch einmal dorthin zu fahren. Von der S-Bahn Station Landungsbrücken ging es mit der Linie U3 zur Station Sternschanze. Zu Fuß ist es dann nicht mehr weit bis zum Schulterblatt. Meine Frau und ich gingen für eine Stunde getrennte Wege – für mich war noch einmal der Schallplattenladen “Zardoz Records” das Ziel, meine Frau ging unterdessen “Klamotten angucken”. Wir hielten uns allerdings beide zurück: Die Vernunft besiegte die Kaufwut.

Nach einem Imbiss mit Krombacher im “Frank und Frei” ging es dann wieder zurück zum Quartier in die Eduardstraße. Den Abend wollten wir ja in der Fabrik verbringen und Inga Rumpf & friends & special guests hören und sehen. Es war ihr ’70th Anniversary concert’: Und es war gut.

ingarumpf_fabrik2016

Ein Wochenende in Hamburg – Teil 1

Hamburgs neues Wahrzeichen

Hamburgs neues Wahrzeichen

Anlässlich eines Rockkonzertes der Grande Dame der deutschen Rockmusik – Inga Rumpf – am Samstag, 20. August 2016 in der “Hamburger” Fabrik, verbrachten meine Frau Dorothee und ich 2 Tage in Hamburg. Genauer gesagt von Freitagnachmittag bis Sonntagmittag. Unsere Unterkunft bestand aus einem sehr zentral gelegenen Privat-Zimmer in der Eduardstraße, das meine Frau für 2 Übernachtungen über Airbnb für 75 € gebucht hatte. Während unseres letzten Hamburg Aufenthaltes im Jahre 2010, anlässlich eines Eric Clapton Konzertes, hatten wir im Zleep Hotel nahe der Reeperbahn übernachtet.

Gestartet sind wir in Bissendorf bei Osnabrück. Die Hinfahrt hatte durch einen Stau auf der A1 um Bremen herum mehr Zeit in Anspruch genommen als geplant war. Als Entschädigung dafür konnten wir in unmittelbarer Nähe unserer Unterkunft 2 Tage kostenlos parken. Besser geht es kaum. Online hatte ich eine Hamburg CARD für den Samstag zum Preis von 18,90 € für 2 Personen erworben. Mit dieser Karte können alle öffentlichen Verkehrsmittel, einschließlich der Hafenfähren, genutzt werden. Das kann ich jedem Hamburg-Tourist wärmstens empfehlen.

Teil 1: Zu Fuß durch das Schanzen- und Karolinenviertel

Zunächst ging es über die Fruchtalle und Weidenalle bzw. Schanzenstraße in Richtung U- und S-Bahn Station Sternschanze. Die Entfernung betrug ca. 2 km. Nach einer 3,5 stündigen Autofahrt genau das Richtige für A1-gestresste Autofahrer. Am Kneipencafè “Oma’s Apotheke” sind wir dann rechts in die Susannenstraße abgebogen und einfach weiter gelaufen. Ich finde es ja immer spannend, sich in einer fremden Stadt ein wenig vom Entdecker-Instinkt treiben zu lassen. Zugegeben, GOOGLE MAPS kam natürlich auch zum Einsatz. So liefen wir eine geraume Zeit durch das Schanzenviertel und fanden uns dann irgendwann am Schulterblatt wieder. Dort gibt es im Bereich Schulterblatt, Ecke Susannenstraße viele Kneipen und Gaststätten mit “Draußen-sitzen-Ambiente”, die am späten Freitagnachmittag und gutem Wetter zum Essen und Trinken einladen.

Nach einer pakistanischen Mahlzeit im “Balutschistan” sollte unsere Entdeckungstour weiter in Richtung Karolinenviertel gehen. Auf dem Weg dorthin sah ich am Schulterblatt noch den Plattenladen Zardoz. Für Schallplattenfreaks wie mich ein wahrer Leckerbissen. Für wenig Geld kaufte ich zwei gut erhaltene Vinyl-Schätze und war restlos begeistert. Für den Sammler gibt es kaum ein schöneres Shopping Erlebnis als in einem gut sortierten Schallplattengeschäft nach alten Schätzen zu stöbern. Hamburg bietet da eben doch mehr als die Osnabrücker Provinz!

Wir spazierten dann einfach am Schulterblatt entlang, weiter in Richtung Karolinenviertel, kamen schließlich am Knust vorbei und standen dann wenig später in der Marktstraße. Die Marktstraße bildet so etwas wie die Hauptstraße des Karoviertels. Dort gibt es viele kleine Modeläden, Kultkneipen und ähnliches. Man spürt, dass man sich in einem “Szeneviertel” befindet.

So ganz nebenbei machten wir noch einen kleinen Abstecher zum Hamburger Sommer-DOM, der gleich nebenan auf dem Heiligengeistfeld die Leute anlockte. Zeitgleich wurde vor dem ehrwürdigen Millerntor Stadion unter Flutlicht Fussball gespielt. Viele grundverschiedene Dinge zur gleichen Zeit. Wir waren begeistert. Hier pulsierte das Stadtleben. Die Zeit rann dahin und so langsam mussten wir auch an den Heimweg denken. Samstag war ja auch noch ein Tag für Sightseeing.

Auf dem Rückweg legten wir im Biergarten des “Yoko Mono” an der Marktstraße noch eine Bierpause ein. In der Kneipe wurde übrigens Vinyl abgespielt, d.h. die Musik kam vom Plattenteller. Alles angesagte Dinge im Jahr 2016.

Wir verließen das Karoviertel und über die Schanzenstraße ging es wieder zurück in Richtung Sternschanze. Dort hatte unser kleiner Rundgang bekanntlich begonnen. Im Schanzenviertel pulsierte inzwischen das Nachtleben. In und vor unzähligen Kneipen waren zumeist jüngere Leute zu sehen und zu hören. Aber nicht so sehr Schickimicki-Leute, sondern ganz normale Typen. Angenehme Atmosphäre.

Im “Frank und Frei” legten wir noch eine letzte Pause ein, bevor es dann zu Fuß wieder zurück zu unserem Quartier in der Eduardstraße ging. Es war ein rundum gelungener Sommerabend an einem Freitag in Hamburg. Es folgen einige Bilder.